Produktionsablauf der neuen Spanplattenanlage Helena

04.07.2019 | News | SWISS KRONO Group

Menznau. Rohplattentechnologe Christian Heinemann hat uns in das Allerheiligste eingeladen - im Kontrollraum der Spanplattenanlage gibt er Einblick in den Fertigungsablauf.

 

Im Kontrollraum laufen alle Fäden zusammen. Von hier aus werden über Kameras und Sensoren sämtliche Produktionsprozesse gesteuert, kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Dies ist der Arbeitsplatz von Christian Heinemann, der als Rohplattentechnologe über jeden Arbeitsschritt bei der Herstellung von Spanplatten im Bilde ist. Um aus den Ausgangskomponenten Leim und Späne handelsfertige Spanplatten zu fertigen, muss zunächst ein vordefinierter Prozess durchschritten werden. Doch wie sieht dieser im Detail aus?

Zunächst einmal erfolgt die Spanaufbereitung, die drei Arbeitsschritte beinhaltet. Bei der Zerspanung wird das Holz zu Spänen verarbeitet, die dann anschließend getrocknet und gesiebt werden. Nach der Aufbereitung erfolgt die Spanbeleimung. Hierfür wird in separaten Spanmischern feine und grobe Späne mit Leim und verschiedenen Additiven vermengt. Dabei handelt es sich vor allem um eine Paraffinemulsion, die bessere Quelleigenschaften gewährleistet, sowie Härter zur späteren Verfestigung des Leimes und Wasser. Für spezielle Produkte, wie feuchtebeständige oder brandgeschützte Platten werden Farben zur Kennzeichnung hinzugegeben.

Die groben Späne für die Mittelschicht werden durch einen Fallschacht geleitet, in dem die trockenen, zum Vorhang geformten Späne, von beiden Seiten mit Leim besprüht werden. Das Verfahren der Fallschachtbeleimung bietet den Vorteil der optimalen Leimverteilung auf der Spanoberfläche, bei gleichzeitig ressourcenschonendem Verbrauch. Im Anschluss durchlaufen die beleimten Späne zusätzlich einen herkömmlichen Beleimungsmischer. Die feinen Späne für die Deckschicht werden in einem konventionellen Verfahren beleimt. In einem Beleimungsmischer verteilen Werkzeuge, die auf einer zentral gelagerten, rotierenden Welle angeordnet sind, den Leim auf die Späne.

Anschliessend werden die beleimten Späne der Streustation, in der insgesamt vier Streuköpfe zum Einsatz kommen, zugeführt. Für die Oberfläche des Plattenstranges tragen zwei Deckschichtstreuköpfe im Windwurfverfahren feine Späne auf, während in zwei weiteren Streuköpfen die groben Späne, für die anteilsmässig grössere Mittelschicht, im Wurfstreuverfahren abgelegt werden. Von der Streustation läuft der sogenannte Spankuchen über den Formstrang in die Presse. Nachdem der Spankuchen in der Vorpresse vorverdichtet wurde, erfolgt kurze Zeit später der Einlauf in die Heisspresse. Bei Presstemperaturen von 230-240 Grad Celsius wird der Spankuchen nun auf die gewünschte Dicke verpresst. In der Heisspresse laufen zwei Prozessschritte gleichzeitig ab: der Spankuchen wird um den Faktor 2-3 verdichtet, zudem erfolgt die Aushärtung des Leimes.  

Nach dem Pressvorgang folgt die Formatierung des noch endlosen Plattenstrangs. Hierbei können die Spanplatten auf Endformate von 2,80 m bis 5,60 m Länge zugeschnitten werden. Da die Platten immer noch hohe Temperaturen aufgrund des Heisspressens aufweisen, werden sie nun in vier Sternwendern auf eine Temperatur von 70-80 Grad Celsius heruntergekühlt. In einem letzten Schritt werden die Platten nun in der Abstapelstation aufgestapelt und ins Reifelager transportiert, wo sie bis zum Schleifen, dem ersten Veredelungsschritt, verbleiben.

Pressekontakt

Robert Freitag
Unternehmenskommunikation